Turniere 2016

Woodchuck

 

 

Woodchuck 2016

 

Oh, wer ist denn das? In brandneuem Federkleid präsentierten sich die Styrian Hawks am Wochenende des 23. und 24. April beim Woodchuck Mixed Tournament in Slovenska Bistrica. Die geringe Entfernung des Veranstaltungsortes und intensive Terminplanung in den eigenen Reihen ermöglichten es uns, einen quantitativ starken Kader zu stellen und mit diesem Bestleistungen anzustreben. Als vermutlich einziges Vorbereitungsturnier für die im Juli anstehenden Mixed-Staatsmeisterschaften war man bemüht, sich bestmöglich an die Outdoor-Maßstäbe anzupassen und die im Training einstudierten Spielzüge und Taktiken in der Praxis umzusetzen.

Ein Turnierwochenende verheißt immer wieder Spannung, Adrenalin und Euphorie, doch selten erlebt man dieses Hoch der Gefühle schon am Samstagmorgen, noch vor dem ersten Spiel. So erging es allerdings den Styrian Hawks an jenem 23.April 2016. Feierliches Murmeln erfüllte die Schlafhalle, als sie sich mit erhöhtem Puls und großen Augen ganz dem silbernen und metallblauen Stoff widmeten. „Endlich!“ Ein Freudenschrei erfüllt die Schlafhalle. Einige schnuppern an ihren neuen Gewändern und versuchen ihnen aromatische Düfte zu entlocken, andere sehen in ihren neuen Kleidern gar neue Liebhaber. Wie dem auch sei, untersucht man das Turniergelände an diesem Tag auf lila- und türkisfarbene Paradiesvögel, sucht man lange. Stattdessen kann man am Horizont eine Agglomeration in Silber gekleideter Gestalten vernehmen, welche sich schwanengleich ihren Side-Steps hingibt. Wahrhaftig sind es nicht Schwäne, sondern Hawks, die sich graziös und außerordentlich gutaussehend ihren Aufwärmübungen widmen. Auch ihnen selbst fällt die Realisierung des Tapetenwechsels noch recht schwer. Manch einer späht zunächst nach einer bonbonfarbenen Personengruppe, ehe dem-/derjenigen gewahr wird, dass der wiederholt überblickte Kreis von Supermodels tatsächlich die eigenen Mitspieler sind.

Nun gut, genug mit der Schwärmerei von den Dressen. Die nagelneuen Luxus-Roben sollen nicht vom tatsächlichen Turniergeschehen ablenken. Trotz anfänglicher Missverständnisse und Verwunderung gewöhnte man sich anschließend sehr rasch an die neue mehr als ansprechende Optik. Bereits im ersten Spiel konnten wir unser fabelhaftes Auftreten auch spieltechnisch unterstreichen. Gegen das junge slowenische U20-Nationalteam konnten wir einen sehr klaren Sieg einfahren.  Gegen die weitaus erfahreneren Repräsentanten von Ungarn hatten wir anschließend schon schwereres Spiel. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit, in der wir lediglich zwei Punkte erzielen konnten, gelang es uns schließlich, ein Mittel gegen ihre statische und einzwängende Zonen-Verteidigung zu finden. Zwar konnten wir die zweite Halbzeit mit befreitem Ultimate für uns entscheiden, dennoch reichte es nicht aus, die etwas planlose erste Spielhälfte zu kompensieren. Unser drittes Spiel gegen die Augärtner erwies sich vor allem anfangs als ein wahrer Schlagabtausch. Bei einem ausgeglichenen Spielstand von 5:5 platzte bei den Hawks aber scheinbar ein Knoten. Nachdem man sich die Halbzeit ohne weiteren Punkteverlust holte, ließ man sich das erspielte Momentum nicht mehr nehmen und man gewann das Match letztendlich deutlich.

Durch die beiden Siege vom Vortag war die Chance auf einen Halbfinalplatz noch immer da. Der Gegner im Qualifikationspiel am Sonntagmorgen sollte Cosmo Maribor sein. Als wir uns allerdings zu früher Sonntagsstunde zum Spielfeld begaben,  begegneten wir dort nur einer Gruppe modischer Holzfäller. Durch ihren geschickten Umgang mit der Scheibe enttarnten sie sich jedoch schnell als unsere Gegner. Rein fürs Auge versprach es schon mal ein Aufeinandertreffen auf höchstem Niveau zu werden. Unsere bis zu diesem Zeitpunkt ungeschlagenen weißen Shirts tragend waren wir auch motiviert, eine anspruchsvolle Partie abzuliefern. Tatsächlich verfehlten unsere Oberteile ihre Wirkung nicht. Eine am Anfang herausgespielte knappe Führung verteidigten wir in professioneller Manier. Fokussiert und ohne Anzeichen von Nervosität meisterten wir beide Halbzeiten. Das logische Ergebnis eines Solchen Auftritts: ein solider Sieg. Im Halbfinale gab es ein Wiedersehen mit dem ungarischen Nationalteam. Die Chance auf eine Revanche und ein potenzieller Platz im Finale entflammten unseren Siegeswillen nur umso mehr. Trotz hoher Konzentration und vollem sportlichen Einsatz ließ der erste Punkt für uns lange auf sich warten. Unterdessen bestraften die ungarischen Routiniers jede kleine Unachtsamkeit und jeden unglücklichen Fehler gnadenlos. Erneut gingen sie früh in Führung. Aufgrund ihres quantitativen Defizits schwand diese Konsequenz jedoch allmählich. Ihre Müdigkeit nutzten wir zu unserem Vorteil, indem wir eben dieser mit noch härterem Druck in der Defense entgegenkamen. Wieder konnten wir gegen Spielende ihre Führung zum Bröckeln bringen. Letztendlich blieb es aber bei einem Déjà-vu-Erlebnis. Unsere suboptimale Chancenverwertung verhinderte leider ein besseres Abschneiden und eine Finalteilnahme. Für das Duell um den letzten Stockerlplatz kleideten wir uns erneut in triumphaler silberner Farbe. Die Magie der neuen hellen Oberteile schien im Spiel gegen Catchup Graz allerdings ihre Wirkung zu verfehlen. Unausgesprochen gut aussehend machten wir dennoch einen etwas ausgelaugten Eindruck. Gegen das athletische und schnelle Spiel der Grazer taten wir uns gewohnt schwer. Mit halbleeren Akkus verdeutliche sich das Ergebnis noch umso mehr. Die Punkteausbeute für dieses letzte Spiel hielt sich also leider sehr gering. Ein erfolgreicher Abschluss eines Turnierwochenendes sieht anders aus.

Mit zwei Top-4-Plätzen sowohl in der sportlichen als auch in der Spirit-Wertung kann man über die Abfuhr im letzten Spiel mit Sicherheit bis zu einem gewissen Grad hinwegblicken. Um ehrlich zu sein, ist dieses Abschneiden mit einem Spitzenergebnis gleichzustellen. Vor diesem Wochenende hätte man sich vermutlich nicht ausmalen können, bei einem 7-gegen-7-Turnier nur wenige Punkte am Finaleinzug vorbei zu schrammen. Abgesehen vom letzten Match konnte man offensichtlich Fortschritte in unserem Spiel wahrnehmen. Auch mental schien sich in den letzten Wochen und Monaten allmählich etwas getan zu haben. Bei hoher Führung die Intensität zu bewahren und bei scheinbar aussichtslosen Spielen die Köpfe nicht hängen zu lassen, waren in der Vergangenheit nie unsere Paradedisziplinen. Diese positive Entwicklung in unseren Köpfen ermöglichte uns darüber hinaus, tatsächlich einmal ein Spiel zu gewinnen, das ausschlaggebend für die Endplatzierung war. Viel beeindruckender als der Viertelfinalsieg an sich war die Art und Weise, wie man sich diesen holte: 60 Minuten intensives Ultimate bei engem Spielstand. Die gute Platzierung kann man auch als Feedback an die im Training einstudierten Taktiken und Spielzüge sehen. Diese einmal nicht nur als Trockenübung durchzuführen, führte uns vor Augen, woran man noch feilen kann und was bereits wirklich effektiv ist. Ob schon Generalprobe, oder nicht, einen ersten recht erfolgreichen Probelauf für die Mixed-Staatsmeisterschaften hätten die Hawks einmal hinter sich. Die restliche Vorbereitungszeit heißt es nun bestmöglich auszunutzen, deshalb hoffen wir, dass dieses Wochenende nicht die letzte Gelegenheit war, sich am Spielfeld gegenseitig zu messen.